20. October 2026
4 Min. Lesezeit

Microsoft 365: Datenhaltung im Inland – was Unternehmen bis Dezember 2026 prüfen sollten

MondayCoffee • Redaktion

Microsoft führt eine neue Einstellung für die Datenhaltung in Microsoft 365 ein. Wer darauf angewiesen ist, dass Kundendaten im jeweiligen Land gespeichert bleiben, muss die Konfiguration prüfen und gegebenenfalls bis zum 14. Dezember 2026 handeln.

Unternehmen, die ihr M365 wirklich im Griff haben

Das Wichtigste in Kürze:

Neue Tenant-Einstellung

Microsoft stellt die neue Tenant-Einstellung "Microsoft 365-Kundendaten im Inland speichern" bereit. Die Einstellung ist standardmässig deaktiviert.

Betroffene Microsoft-Dienste

Betroffen sind Exchange Online, SharePoint Online, OneDrive, Microsoft Teams, Microsoft 365 Copilot und Microsoft 365 Copilot Chat.

Speicherung ausserhalb des Landes

Ohne Anpassung können unterstützte Daten nach dem 14. Dezember 2026 innerhalb der EU Data Boundary auch ausserhalb des jeweiligen Landes gespeichert werden.

Handlungsbedarf und separate Regelung

Organisationen mit verbindlichen Anforderungen an die Datenhaltung im Inland sollten die Einstellung vor dem Stichtag prüfen und bei Bedarf aktivieren. Für Tenants mit Advanced Data Residency, Advanced Data Residency for Education oder Multi-Geo gelten separate Regelungen.

Was ändert Microsoft konkret?

Mitteilung MC1470878 aus dem M365 Message Center: Mit der neuen Einstellung legt ein Unternehmen auf Tenant-Ebene fest, ob unterstützte Microsoft 365-Kundendaten weiterhin im jeweiligen Land gespeichert werden. Wird die Einstellung nicht aktiviert, kann Microsoft diese Daten nach dem 14. Dezember 2026 regional innerhalb der EU Data Boundary speichern.

Die unterstützten Microsoft 365-Kundendaten müssen damit nicht mehr zwingend im jeweiligen Land verbleiben. Das kann für Organisationen relevant sein, die aus regulatorischen, vertraglichen, Governance- oder kundenbezogenen Gründen auf eine Datenhaltung in einer spezifischen Datenresidenz angewiesen sind.

Warum Unternehmen nicht einfach abwarten sollten

Die Einstellung ist standardmässig deaktiviert. Organisationen, bei welchen Microsoft 365-Kundendaten innerhalb des jeweiligen Landes gespeichert sein müssen, sollten die Einstellung vor dem 14. Dezember 2026 prüfen und bei Bedarf aktivieren. Für Tenants die bereits jetzt zusätzlich das Advanced Data Residency Add-On (ADR) abonniert haben, finden keine Änderungen statt.

Besonders wichtig ist der Zeitpunkt: Wer die Datenhaltung im Inland benötigt, sollte die Einstellung bis zum 14. Dezember 2026 aktivieren. Eine spätere Reaktivierung ist zwar möglich, Microsoft nennt für die Wiederherstellung der länderspezifischen Datenhaltung jedoch einen Zeitraum von bis zu etwa sechs Monaten.

Neue Einstellungen und Advanced Data Residency sind nicht dasselbe

Die neue Tenant-Einstellung und Advanced Data Residency (ADR) steuern unterschiedliche Aspekte der Datenresidenz. Die Einstellung aus MC1470878 legt fest, ob bestimmte Microsoft 365-Kundendaten im jeweiligen Land bleiben oder regional innerhalb der EU Data Boundary gespeichert werden können. ADR ist ein separates Lizenzangebot mit zusätzlichen Zusagen zur Datenresidenz für unterstützte Workloads. Tenants mit Advanced Data Residency (ADR) können diese Einstellung nicht ändern und müssen sie nicht separat überprüfen. Ihre Datenresidenz wird bereits durch das ADR-Angebot geregelt; die bestehenden Datenresidenz-Verpflichtungen gelten unverändert weiter. Dasselbe gilt für Tenants mit Advanced Data Residency for Education (ADR-E) oder Multi-Geo-Funktionen.

RunTheCloud schafft Klarheit bei M365-Änderungen

Qualitätsgeprüfter News-Feed mit Handlungsempfehlungen.

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

  • Compliance – Anforderungen und ADR-Umfang prüfen: Klären, ob regulatorische, vertragliche, kundenbezogene oder interne Governance-Anforderungen eine Datenhaltung im Inland vorschreiben und ob die neue Einstellung damit übereinstimmt. Bei zusätzlichen Microsoft-Workloads den ADR-Umfang separat prüfen.
  • IT-Administration – Konfiguration prüfen und umsetzen: Aktuelle Einstellung im Microsoft 365 Admin Center sowie weitere Workloads mit separaten Anforderungen an Datenresidenz oder ADR-Abdeckung prüfen. Falls die Datenhaltung im Inland erforderlich ist, den Entscheid mit Compliance, Security, Legal und Data Governance abstimmen und die Einstellung vor dem 14. Dezember 2026 aktivieren.
  • Security – Vorgaben und Abdeckung prüfen: Klären, ob Security Governance, Risikobeurteilung oder Datenklassifizierung eine ausschliessliche Datenhaltung im Inland voraussetzen und ob bestehende Zusagen zur Datenresidenz oder ADR-Funktionen die sicherheitsrelevanten Workloads abdecken.

Warum solche Meldungen oft übersehen werden

Microsoft veröffentlicht laufend neue Funktionen, Anpassungen von Diensten sowie technische, konfigurative und vertragliche Änderungen. Nur ein kleiner Teil davon führt tatsächlich zu Handlungsbedarf. Genau diese wenigen, aber relevanten Meldungen zuverlässig zu identifizieren, ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Genau für solche Situationen haben wir RunTheCloud entwickelt.

Verpassen hat Konsequenzen

Mit RunTheCloud behalten Sie Microsoft 365 fest im Griff.

Das Erfolgsrezept der SGKB für die Cloud

Erfahren Sie, wie die St. Galler Kantonalbank durch den Einsatz von RunTheCloud kontinuierlich den Überblick über die neuesten Entwicklungen in der Microsoft Cloud behält und ihre Effizienz steigert.

Über die Redaktion

MondayCoffee

MondayCoffee ist ein führender, zertifizierter Microsoft Solutions Partner mit Standorten in Zürich und München. Das Redaktionsteam teilt Einblicke aus über 25 Jahren Erfahrung in der digitalen Transformation mittelständischer Unternehmen.

RunTheCloud

Laptop auf einem Schreibtisch, geöffnet mit einer Präsentation – symbolisiert die Live-Demo von CoffeeNet 365 zur Optimierung von Microsoft 365.

M365 aktuell halten

Während Microsoft ständig Neuerungen liefert, müssen Sie den Überblick behalten. Können Sie mit 400-500 Updates pro Monat Schritt halten?

Projektmanagement bei Microsoft: Mit CoffeeNet 365 standardisierte Räume und KI-Assistenten nutzen

Projektmanagement in Microsoft 365: Warum jedes Team seinen Raum anders aufbaut – und wie Unternehmen das vereinheitlichen

Aktuell
Ein Projektleiter eröffnet den dritten Kickoff in diesem Monat und stellt beim Einrichten des Projektraums in Microsoft 365 dieselbe Frage wie beim letzten Mal: Wo landen die Dokumente, wer sieht was, wie werden Aufgaben verteilt? Jedes Projektteam beantwortet das von Grund auf neu, weil dafür kein gemeinsamer Standard existiert. CoffeeNet 365 liefert diesen Standard von Anfang an mit, als festen Bestandteil jedes neuen Projektraums. Und genau diese einheitliche Struktur macht KI im Projektalltag erst nutzbar: Jeder Projektraum bekommt rollenbezogene KI-Aktionen mit, die wie eine virtuelle Projektassistenz wiederkehrende Arbeiten übernehmen.
WEITERLESEN NEWSLETTER ABONIEREN