Letzte Woche war’s wieder soweit: Microsoft Ignite in San Francisco. Die grosse Bühne für alles, was nächstes Jahr kommt. Und ja, das Hauptthema war keine Überraschung: KI in allen Varianten. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Microsoft-Technologien. Aber so einen klaren Fokus wie jetzt habe ich noch nie erlebt. KI steckt inzwischen in fast jedem Produkt – von Microsoft 365 über Dynamics bis Azure. Und ehrlich gesagt: Das macht Sinn. Auch wenn es sich im Moment vielleicht weit weg vom täglichen Geschäft anfühlt.
Vom Chatbot zum virtuellen Kollegen
Die Zeit der „Prompt-Experimente“ geht langsam vorbei. Was meine ich damit? Bis jetzt war KI im Grunde ein Chatfenster, in dem man mit einem Sprachmodell (LLM) interagiert. Du stellst eine Frage, die KI antwortet. Du gibst ihr Kontext, sie nutzt diesen Kontext. Für mich war das ein Test: Funktioniert KI wirklich? Kann sie uns helfen? Und ja, sie hat bewiesen, dass sie es kann.
Aber: Damit das klappt, musst du wissen, wie man die richtige Frage stellt. Du musst dir vorher überlegen: Was brauche ich? Wie soll die Antwort aussehen? Wie konkret kann ich sein? KI hilft dir aber eben nur, wenn du die richtige Frage stellst. Das hat bisher gut funktioniert. Aber was Microsoft jetzt zeigt, ist ein ganz anderer Ansatz: KI wird direkt in die Produkte eingebaut, die wir jeden Tag nutzen. Der Chat bleibt – in verschiedenen Formen. Zusätzlich kommt ein „virtueller Kollege“ dazu. Ein Buddy, der dich kennt, deine Arbeit versteht und proaktiv hilft, Dinge zu erledigen.
Wie macht MondayCoffee Unternehmen fit für KI?
Starke Inhalte schaffen starke KI. Was meine ich mit „stark“? Je besser ihr eure Dateien beschreibt, je klarer ihr Inhalte strukturiert und je sauberer eure Organisation arbeitet, desto effektiver wird KI für euch sein. Wir bei MondayCoffee helfen dabei.
Als Basis haben wir unser Produkt CoffeeNet 365, das für Ordnung in euren virtuellen Arbeitsbereichen sorgt. Es stellt sicher, dass Inhalte dort erstellt werden, wo sie hingehören, mit den richtigen Metadaten und dass sie aktuell sind.
Warum ist das so wichtig? Microsoft Copilot stützt sich auf die Inhalte, die ihr bereitstellt. Wenn diese veraltet oder schlecht strukturiert sind, leidet die Qualität der Ergebnisse. Content-Frische ist entscheidend also wie lange es her ist, dass Inhalte überprüft wurden und ob sie noch gültig sind.
Work IQ, Fabric IQ und Foundry IQ
Mit der neuen IQ-Familie bringt Microsoft KI tief in die Produkte, die wir täglich nutzen wie Microsoft 365, Dynamics 365, Power Platform und Azure.
- Work IQ soll verstehen, wie du arbeitest, mit wem du zusammenarbeitest, welche Beziehungen du hast, was du fragst und was du lieferst. Es ist da, kennt deine Herausforderungen und hilft dir. Es baut den Kontext auf, indem es mit dir arbeitet – nicht indem du ihn für jede Anfrage explizit bereitstellst. Es ist wie ein Assistent, der dir über die Schulter schaut und dir hilft, Dinge zu erledigen. Wir bewegen uns von einer reaktiven KI hin zu einer proaktiven KI. Work IQ gilt als das „Gedächtnis“.
- Fabric IQ ist die Datenseite. Es versteht deine Daten, liest zum Beispiel Informationen aus Power BI-Modellen und kann Agenten mit Live-Insights in die Daten versorgen, die dein Geschäft antreiben.
- Foundry IQ ist der Wissensbereich. Es nutzt Suche und ist mit Microsoft Foundry integriert (eine Plattform, die Entwickler nutzen können, um agentische Anwendungen zu bauen). Foundry IQ treibt die Agenten an, stellt sicher, dass sie mit den richtigen Daten arbeiten und dir die richtigen Antworten geben. Es hilft dir, Wissen zu finden, wenn du es brauchst, es zu verstehen und liefert dir Einblicke, die du sonst vielleicht nicht gesehen hättest.
MCP-Server: Werkzeuge für Entwickler und Entwicklerinnen
Wenn du Entwickler bist, hast du vielleicht schon von MCP (Model Context Protocol) Servern gehört. Auch wenn es ein technisches Thema ist, lohnt es sich, das hervorzuheben: MCP-Server helfen dir, KI-gestützte Anwendungen zu bauen, die speziell auf deine Organisation zugeschnittene Fähigkeiten haben.
Stell dir einen MCP-Server wie ein Werkzeug vor. Ein Hammer ist ein Werkzeug für einen Schreiner. Ein Hammer kann eine Aufgabe sehr gut: Nägel ins Holz schlagen. Ein MCP-Server ist ein Werkzeug zum Bau von KI-Anwendungen, die bestimmte Aufgaben sehr gut erledigen – wie Fragen zu deiner Organisation beantworten oder Einblicke in deine Unternehmensdaten geben. Microsoft veröffentlicht fast täglich neue MCP-Server.
Auch wir bei MondayCoffee können MCP-Server für unsere Kunden bereitstellen – mit Funktionen, die sich auf CoffeeNet 365 konzentrieren. So können unsere Kunden CoffeeNet-spezifische Aufgaben erledigen, ohne den zugrunde liegenden Code oder die technischen Anforderungen verstehen zu müssen.
CoffeeNet 365 stellt sicher, dass Inhalte dort erstellt werden, wo sie hingehören, mit den richtigen Metadaten und dass sie aktuell sind. Content-Frische ist entscheidend - also wie lange es her ist, dass Inhalte überprüft wurden und ob sie noch gültig sind.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Alles in allem sind das grosse Schritte nach vorn. KI wird immer stärker in unseren Arbeitsalltag eingebettet, und wir können sie effektiver nutzen. Gleichzeitig müssen wir uns überlegen, wie wir mit KI arbeiten und wie wir sie am besten einsetzen, um unsere Produktivität und Effizienz zu steigern. Sicherheit spielt dabei eine Schlüsselrolle: Wie stellen wir sicher, dass KI mit den richtigen Daten arbeitet und unsere Daten geschützt sind? Microsoft investiert massiv in diesen Bereich, und wir können in den kommenden Monaten und Jahren weitere Innovationen erwarten.
Ist das teuer?
Du denkst vielleicht, KI ist teuer. Zum Beispiel brauchst du für CoPilot eine zusätzliche Lizenz für jeden Nutzer. Aber überleg mal: Wenn du nur vier Stunden pro Woche sparst, hast du die monatlichen Lizenzkosten schon in der ersten Woche wieder drin.
Ein Beispiel: Ich hatte eine grosse Serie von Strategie-Meetings mit verschiedenen Leuten bei MondayCoffee. Wir haben die Meetings in Microsoft Teams durchgeführt, und ich hatte den Facilitator aktiviert – verfügbar mit einer Copilot-Lizenz. Der Facilitator macht Notizen, fasst das Meeting zusammen, erstellt mögliche Action Points usw. Nach der Serie habe ich die Zusammenfassungen genommen und Copilot mit einem Prompt gefüttert: „Erstelle einen Bericht, der die Ideen aus den Meetings beschreibt, die Themen zusammenfasst und mir einen Plan für das weitere Vorgehen gibt.“
Es hat nur wenige Minuten gedauert, und ich hatte ein mehrseitiges Dokument, das alles zusammenfasste und einen klaren Weg nach vorn aufzeigte. Was mich sonst Stunden oder Tage gekostet hätte, war in Minuten erledigt. Die monatlichen Kosten für die Copilot-Lizenz haben sich allein in diesem einen Anwendungsfall mehrfach bezahlt gemacht. Das Dokument war nicht perfekt – ich musste noch etwas nacharbeiten –, aber der Grossteil war erledigt.
KI ist ein Werkzeug nicht die Lösung
KI ist kein Zauberstab, der alle Probleme löst. Sie ist eines von vielen Werkzeugen, die dir helfen, Dinge effizienter zu erledigen. Sie macht Fehler, also bleib kritisch, aber auch offen. Sie ersetzt keine Fachkräfte und keine Kompetenz.
Beispiel: Code-Generierung. KI ist darin stark – aber sie macht manchmal grundlegende Fehler. Vertraue nie blind auf den Code, überprüfe ihn immer. KI hilft dir, den Grossteil des Codes zu erstellen, damit du dich auf die komplexeren Teile konzentrieren kannst. Das heisst: Deine Skills als Entwickler sind nicht überflüssig, sondern wichtiger denn je. Du musst das Problemfeld verstehen, die Architektur, die Designmuster, die Best Practices. KI übernimmt die Routine, damit du dich auf die kreativen und anspruchsvollen Teile konzentrieren kannst.
Ich bin begeistert – und vorsichtig. Wir stehen noch ganz am Anfang dieser Reise. Aber das Potenzial ist enorm.
